Theatergruppe Ometzele

In der Bürgerhalle in Dommershausen führte die Theatergruppe Ometzele am Wochenende das Lustspiel in drei Akten von Beate Irmisch „Diese Kunstbanausen! oder Oh, diese Künstler!“ auf. Alle zwei Jahre darf sich das Publikum auf ein neues, abendfüllendes Stück freuen.

Mehr als 550 Theaterfreunde schauten sich diesmal die humorvolle Komödie an und waren begeistert. Bei den Ometzele handelt es sich in der Tat um eine ganz besondere Laientheatergruppe. Denn es ist eine reine Frauengruppe, was nicht heißen soll, dass die Darsteller keine Männer mögen. Anfangs wurde sogar ganz intensiv nach männlichen Spielern gesucht, doch leider nie mit Erfolg. Trotzdem wollten sich die Damen aber die Lust am Theaterspiel nicht nehmen lassen und machten aus der Not eine Tugend.

Mittlerweile ist die Gruppe gerade deswegen so beliebt und hat ihre treuen Fans. Sogar weit über die Ortsgrenzen hinaus wird das Frauentheater geschätzt. Kein Wunder, denn den Damen gelingt es vorzüglich die Rollen umzusetzen und die Charaktere zu verkörpern – ob männlich oder weiblich, die Darstellerinnen geben alles, um das Spiel möglichst authentisch zu machen. Elfi Pinger, die Regie führt, als Souffleuse agiert, die Stücke aussucht und auch sonst für die gesamte Organisation verantwortlich ist, weiß genau, welcher Spielerin sie welche Rolle zukommen lässt und dabei hat sie auch bei der aktuellen Aufführung wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Das Publikum hat längst vergessen, dass auf der Bühne nur Frauen stehen und verfolgt ohne Vorbehalt mit Spannung und viel Spaß die turbulente Handlung.

Im Hause Pinsel herrscht schon lange Ebbe in der Kasse. Genau genommen von dem Tag an, als Malermeister Ernst Pinsel seine handwerkliche Tätigkeit an den Nagel hängt. Er will sein Leben nicht mit dieser eintönigen Pinselei verbringen, denn er fühlt sich zu höherem berufen: Nämlich als Künstler und nicht als schnöder Maler, der Wohnzimmer anstreicht. Von sich und seinen Künsten völlig überzeugt, lässt er nun schwungvoll den Pinsel über die Leinwand gleiten, in seiner Schaffenskraft gelingt ihm ein Kunstwerk nach dem anderen.

Seine neueste Leidenschaft befasst sich mit der Aktmalerei. Das einzige Problem: Seine Bilder will niemand kaufen, sogar seine Ehefrau hält ihn für total verrückt und wünscht sich die Zeit zurück, als ihr Mann noch ein braver Handwerker war und jeden Monat Geld auf dem Konto einging. Doch sie lässt ihn gewähren und ergibt sich jammernd ihrem Schicksal. Seine Schwiegermutter hingegen lässt kein gutes Haar an dem mittellosen Künstler, dem es nicht gelingt, seine Familie zu ernähren, also prügelt sie verbal auf ihn ein, dabei läuft sie zur Hochform auf und ist nicht mehr zu bremsen.

Währenddessen bleiben die Rechnungen unbezahlt und der Kuckuck ist ständiger Gast im Hause Pinsel. Endlich hat Künstler Ernst Pinsel einen Galeristen gefunden, der seine Werke übernehmen will. Doch der Preis, der ihm geboten wird, ist eine Frechheit und würde nicht einmal das Geld für die verwendeten Materialien decken. Sein bester Freund Herbert bringt ihn auf die Idee: „Tote Künstler sind gute Künstler“, denn nach ihrem Ableben erzielen sie horrende Summen für ihre Bilder. Also inszeniert Ernst Pinsel mit Herberts Hilfe den eigenen Tod. Um den Handel mit seinen Kunstwerken in Gang zu bringen, erscheint er danach als reiche, russische Galeristin, die jeden Preis bezahlen will.

Und plötzlich sind auch alle anderen Beteiligten an den Bildern interessiert. Allein der neueste Akt „Nöfrötöte“ soll für mehrere Tausend Euro den Besitzer wechseln. Natürlich bleibt das unehrliche Spiel nicht lange ohne Folgen. Schließlich gibt es eine neugierige Nachbarin, die sowie als Tratschtante berüchtigt ist und einen Polizisten, der sich Orden verdienen möchte – und schon läuft die ganze Geschichte aus dem Ruder.

Das Publikum in Dommershausen ist begeistert und zeigt dies mit lang anhaltendem Applaus: Die Frauen haben mal wieder alles gegeben und ihr komödiantisches Talent voll ausgelebt. Elfi Pinger kann stolz auf ihre bunte Truppe und auf deren Erfolg bei den Zuschauern sein.

Die Mitwirkenden

Die Laiendarstellerinnen: Ute Brück (Ernst Pinsel), Anja Fröhlich (Traude Hebel); Andrea Pörsch (Gernot Schnakenköter); Lisa Brück (Heino Kuckuck); Karina Knöppel (Otto Specht); Margit Mangels (Johanna Pinsel), Tanja Vogel (Herbert Saftig); Tanja Börsch (Lilo Schnakenköter); Elke Klein (Klothilde Schnack); Ernst Pinsel (Putina Moskowskaya). Bühnenbild und Dekoration: Ellen Neumann; Maske und Frisuren: Jutta Kretschmer-Zils; Tontechnik: Ewald Brück, Jörg Börsch, Paul Mangels.

Gisela Wagner

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/hunsrueck_artikel,-rasante-komoedie-um-kunst-und-kuenstler-in-dommershausen-ometzele-landen-beim-publikum-einen-volltreff-_arid,1573547.html

Theatergruppe Ometzele
Elfi Pinger
Gartenweg 2
56290 Dommershausen

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